• MARKEN HEXE

Mein Gastbeitrag für Katja Zenz Familienbeziehung

Dieser Beitrag wurde unter dem Titel "Was brauchen hochbegabte und gefühlsstarke Kinder wirklich?" veröffentlicht.


Ich habe eine Freundin. Diese Frau ist großartig. Liebenswert, hilfsbereit, intelligent, lustig. Sie hat eine innere Stärke die ihresgleichen sucht. Sie ist hochsensibel und sehr gebildet. Und sie hat mehr Schicksalsschläge erlitten, als man gemeinhin der Meinung wäre, überhaupt aushalten zu können. Und – sie sitzt Zeit ihres Lebens im Rollstuhl. Wenn sie von ihrem Elternhaus erzählt, spürt man die intensive Liebe ihrer Familie. Eltern, die für sie jederzeit und bedingungslos da waren, Operation um Operation mit ihr durchstanden und sie motivierten. Sie parallel aber weder in Watte packten noch vor allem beschützten. Sie wurde einerseits auf Behinderten-Freizeiten geschickt und andererseits auf ein Regelgymnasium. Weil sie möglichst viele Facetten des Lebens kennenlernen und ihr eigenes umso besser schätzen können sollte. Sie machte eine Lehre, studierte, berät heute andere Menschen. Sie ist unglaublich.

Und was mich am meisten berührt, ist die Tatsache, dass ihre Eltern einen so großen Anteil daran tragen. Sie haben ihrem Kind eine Botschaft mitgeben können, von der wir uns alle eine große Scheibe abschneiden sollten. Diese Botschaft ist eigentlich ganz einfach: „Du bist genau so gewollt, wie du bist. Du bist so, wie du bist, perfekt.“

Meine Freundin hat sich noch nie darüber beklagt, im Rollstuhl zu sitzen. Es ist noch nicht einmal Thema zwischen uns. Sie fühlt einfach zu 100%, dass sie so wie sie ist, richtig ist.

Und dann sehe ich mich. Wie ich meinen klugen Sohn angehe, weil er doch viel mehr für die Schule tun müsste, weil er doch eigentlich so gut sein könnte. Oder wie es mich anstrengt, dass meine Tochter Emotionen für zehn hat. Wie ich meinen Kindern doch immer wieder signalisiere, doch anders, besser, angepasster zu sein. Weil ich sie, ja, ich gebe es zu, oftmals als zu anders empfinde, als andere in ihrem Alter.

Ja, meine Kinder mögen anders sein als andere. Aber – jeder Mensch ist anders.

Was haben die Eltern meiner Freundin getan? Sie angegangen, weil sie anders ist? Nein. Sie haben sie nicht nur so angenommen, wie sie ist, sondern geliebt, gestützt und gefordert. Nicht gefördert! Wisst Ihr, was ich mir vorgenommen habe? Ich möchte, dass meine Kinder sich geliebt fühlen. Und beschützt, gestützt und gefordert. So wie sie sind. Jeder Rollstuhl, jede Hochbegabung, jedes Anderssein sollte in den Hintergrund treten – vor dem liebenswerten Menschen, der eigentlich zählt.

MARKEN HEXE®
Kerstin Schneider

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